Deutsche Täter sind keine Opfer!

Auch in diesem Jahr protestierte die Antifaschistische Aktion Buxtehude gegen die offizielle Gedenkveranstaltung in Buxtehude anlässlich des „Volkstrauertages“ 2008.
Dabei richtet sich unser Protest zum einen gegen die Entkontextualisierung der Geschichte und gegen die Umdeutung von deutschen Täter_innen in Opfer. Der aktuelle geschichtliche Diskurs in Deutschland erlaubt es deutsche Täter_innen, verantwortlich für Massenmorde, Vernichtungskriege und Zerstörung, in die Reihe der unschuldigen Opfer zu stellen. Dabei wird u.a. von den Vertriebenenverbänden eine Geschichtsdeutung voran getrieben, in der Vertreibung losgelöst vom begonnenen Angriffskrieg und der Unterstützung und Duldung des Nationalsozialismus durch eine breite Masse der Zivilbevölkerung rezipiert wird.

Bild Buxtehuder Tageblatt 17.11.2008

Zum anderen richtet sich der Fokus unseres Protestes in diesem Jahr auf die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft. Deutsche Soldat_innen die bei Kriegseinsätzen im Ausland getötet werden und denen die Bundeswehr ein Denkmal baut, öffentliche Bundeswehrgelöbnisse mit martialischer Jagd auf Antimilitarist_innen und wiederholte Versuche der Bundesregierung Militäreinsätze im Inland politisch zu legitimieren, all dies gehört im Jahr 2008 zum Alltag. Das Mitwirken der Bundeswehr an Angriffskriegen wie Afghanistan und die Forcierung einer einheitlichen europäischen Eingreiftruppe dienen nicht dem Frieden, sondern dem Krieg zur Durchsetzung eigener Interessen.

Widerstand gegen Krieg ist notwendig und legitim! Kein Vergeben! Kein Vergessen!