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Stellungnahme der Antifaschistischen Aktion Buxtehude bezüglich des Tageblattartikels vom 27. Februar 2008

Wir freuen uns, dass unsere politische Aussage solch eine große Resonanz erzeugt hat und ganz offensichtlich in die Hände der Verantwortlichen gelangt ist. Wir sind froh darüber, dass unser Anliegen in einem Beitrag des «Buxtehuder Tageblattes» vom 27. Februar 2008 „thematisiert“ wurde. Offenbar ging unser Statement zur rassistischen Politik der CDU an die richtige Adresse.

Dennoch verbitten wir uns aufs schärfste eine Belehrung über „Demokratie“ seitens der beiden Jungpolitiker Achim Biesenbach und Alexander Krause. Wir haben es als linksradikale Antifa nicht nötig uns von Parteimitglieder der CDU belehren zu lassen. Eine Partei, die das Recht auf Bürgerentscheide in Hamburg torpediert wo es nur geht, eine Partei deren Politiker_innen im „Kampf gegen den Terror“ mehrfach gezeigt haben, was ihnen Grundrechte wie Datenschutz und persönliche Freiheitsrechte der Menschen wert sind, eine Partei die Tornado-Einsätze des Militärs gegen Demonstrant_innen während des G8-Gipfels bewilligt und verteidigt hat, zeigt deutlich ihr Verständnis von Demokratie.
Die CDU im Kreis Stade ist es gewöhnt politische Fragen nach ihrem eigenen Verständnis zu definieren, wodurch diese nicht an Richtigkeit gewinnen. Trotzdem gelingt es ihnen immer wieder mit solchen Positionen in der Presse Gehör zu finden. Was richtig und was falsch ist entscheiden wir, trotz der eindringlichen Worte Biesenbachs und Krauses dennoch lieber selbst.

Wir können an dieser Stelle unsere Aussage bezüglich der „rassistischen Vorurteile á la NPD und CDU“ nur wiederholen, Auch wenn Herr Alexander Krause diese Aussage jenseits der „freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ verortet, zu der unseres Erachtens auch ein Wert wie Meinungsfreiheit zählt, ändert dies nichts an der Richtigkeit der gemachten Feststellung. Die hier verwendete Definition von „freiheitlich-demokratischer Grundordnung“ ist dennoch interessant. Demokratisch ist nur, was der CDU genehm ist?
Soziale Ungerechtigkeit, Abschiebung von Migrant_innen und bildungshemmende Politik sind Bestandteile der politischen Realität der CDU. Fragt sich wer hier wirklich nicht auf dem Boden der „freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ steht. Die CDU kann gerne weiterhin krampfhaft versuchen sich in dieser Auffassung zu positionieren. Nur müssen sich die beiden Herrschaften der CDU den Vorwurf gefallen lassen, den Bezug zur politischen Realitiät verloren zu haben.

Die Antifaschistische Aktion Buxtehude setzt sich für eine soziale und emanzipatorische Gesellschaft ein, in der jeder Mensch seine Selbstentfaltung wo und wie gestalten kann
wie es ihr/ihm entspricht. Gesetze die Menschen in ihrer Bewegungs- und Lebensgestaltungsfreiheit einschränken lehnen wir ab.

Während die NPD in einer krassen und menschenverachtenden Art und Weise hetzt, ist doch die CDU als regierende Partei maßgeblich am Bau und Erhalt von Abschiebeknästen beteiligt. Sie verantwortet Abschiebungen von Kindern nach Afrika, von Frauen nach Afghanistan und von Kranken oder von Tod und Folter Bedrohten in alle Welt. Das ist für uns Rassismus!
Darüber hinaus werden, um den EU-Beitritt der Türkei zu verhindern und deren „Andersartigkeit“ zu beweisen Debatten über eine sog. „Leitkultur“ geführt. Für uns ist das nicht hinnehmbar.

Eine ernst gemeinte Abgrenzung der CDU von faschistischen Parteien wie der NPD begrüßen wir. Allerdings verharrt die Abgrenzung auch im vorliegendem Artikel auf den üblichen Floskeln der Ablehnung von „Links- und Rechtsextremisten“,etc.p.p.. Krause und Biesenbach müssen sich in ihrem „Entsetzen“ die Frage gefallen lassen warum während der Demo der NPD vor drei Jahren in Stade die Chance verpasst wurde sich in einer ähnlichen Deutlichkeit zu positionieren und lieber versucht wurde die Nazis zu „ignorieren“. Oder wie es sein kann, dass CDU-Kreistagsabgeordnete im Stader Kreistag Händedrücke, Lächeln und Smalltalk mit dem NPDler Adolf Dammann austauschen. So lange hierzu keine klaren Ansagen seitens der CDU existieren betrachten wir alle weiteren Vorwürfe gegen uns von dieser Seite als irrelevant, denn so etwas können wir „echte Demokraten[_innen] nicht wollen“.

Wir wüssten außerdem gerne von Herrn Achim Biesenbach, mit welchen Belegen er meint beweisen zu können, dass die Antifaschistische Aktion Buxtehude, den vom Freizeithaus gestellten Anforderungen nicht entspricht.

Zur Dokumentation: Das Pamphlet aus dem Buxtehuder Tageblatt vom 27.Februar 2008

Buxtehude: CDU fordert die Leitung des Freizeithauses zum Handeln auf

Buxtehude (bv/ari). Die Junge Union geht auf die Barrikaden und will jetzt den Jugendhilfeausschuss einschalten: „Es kann nicht sein, dass Linksradikale im Freizeithaus Buxtehude zu einem Antifa-Café einladen“, sagt CDU-Ratsherr Achim Biesenbach. Der Christdemokrat fordert die FZH-Leitung auf, die Jugendlichen vor die Tür zu setzen. Das lehnt der Leiter Rüdiger Cadow ab; ihren Raum wird die Antifa behalten dürfen, das öffentliche Café wird es nicht geben.

Die Antifa hat letzte Woche ein Flugblatt verteilt. Dort heißt es im ersten Satz: „Du hast kein Bock auf Nazis? Dich nerven rassistische Vorurteile à la NPD und CDU?“ Das Café im Freizeithaus (FZH) „steht im Widerspruch zur Satzung“, sagt Alexander Krause, Vorsitzender der Jungen Union. „Das ist eine Verunglimpfung der CDU. Wir lehnen Rechts- und Linksextremismus ab“, betont Krause; die Antifa stehe „nicht auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung“. Er verweist auf die Internet-Seite der Gruppe, dort heißt es: „Wir haben keinen Bock mehr auf Nazis und Sexismus …, das Gleiche gilt für Bullen, Richter und andere Autoritätsfanatiker.“ Sollte die Antifa im Freizeithaus bleiben dürfen, könnten in Zukunft auch rechtsextremistische Freie Kameradschaften einen Raum verlangen, warnt Biesenbach, „doch das kann kein echter Demokrat wollen“.
In den FZH-Statuten heißt es: Räume werden nicht an kommerzielle Anbieter, Firmen, politische Parteien, konfessionell gebundene Gruppen usw. vergeben, es sei denn, es liegt eine offizielle Anerkennung als Jugendhilfeträger vor.
Dass die Antifa sich als Gruppe im FZH trifft, ist Leiter Rüdiger Cadow bekannt – nicht aber, dass sie nun zu einem offenen Café einlädt. Nachdem Cadow den Volltext des Flugblatts gehört hat, sagt er: „In dem Punkt hat die Junge Union vollkommen recht.“ Eine Gruppe, die eine demokratische Partei in dieser Weise mit der NPD in einen Topf werfe, werde die Genehmigung für ein Café im Freizeithaus nicht bekommen können.
Die Antifa treffe sich allerdings schon seit 20 Jahren im FZH, und das sei „seitens der Polizei, der Politik und der Verwaltung in Buxtehude auch ausgesprochen gewünscht“. Die Antifa solle im FZH einen Rahmen finden, „der einer Ausgrenzung aus demokratischen Prinzipien keinen Vorschub leistet“. Vor einigen Jahren habe das FZH der Antifa den Raum übrigens sogar schon eine Zeit lang entzogen. Damals sei der Eindruck entstanden, dass die Gruppe gewaltbereiter werde. Doch im Rahmen der Anti-Nazi-Demo des Bündnis gegen Rechts in Stade sei die Antifa in Buxtehude wieder aufgelebt – und vornehmlich von Schülern geprägt. Das Konzert „Rock gegen Rechts“ im FZH habe die Antifa organisiert. „Wir stellen für die Raumvergabe klare Bedingungen“, so Cadow. Erstens müsse es sich um eine nicht parteipolitisch gebundene Gruppe handeln, die im Prinzip jedem offen stehe, zweitens müsse sie sich zu Gewaltfreiheit und demokratischer Grundordnung bekennen.
Daran hat Biesenbach (CDU) seine Zweifel. Er will das Thema jetzt am 3. März im Jugendhilfeausschuss zur Sprache bringen.

Demo gegen den Naziaufmarsch am 1. Mai in Hamburg

Am 16.02 findet in Hamburg eine Demonstration gegen den geplanten Naziaufmarsch am 1. Mai in Hamburg statt. Anmelder ist der Gesamthafen-Betriebsratsvorsitzende. Im folgenden ist der Aufruf der Hafenarbeiter_innen zu lesen:

Hafenarbeiter beziehen Position
Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano spricht am 16.2. auf einer Kundgebung vor der Hamburger Innenbehörde

Hafenarbeiter protestieren gegen den geplanten Naziaufmarsch am 1. Mai!

Die NPD ruft am 1. Mai 2008 ihre Mitglieder und Sympathisanten zur Teilnahme an einer Kundgebung in Hamburg-Barmbek auf. Auf direkte Weise stellt sie sich im Aufruf dazu in die Folge der NSDAP, indem sie die Entstehung des 1. Mai und die
Geschichte der Arbeiterbewegung umdeutet und bemüht ist, sich diese einzuverleiben. Wenn man sich anschaut, wo die Arbeiterbewegung und ihre Organisationen nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten standen,
so erfährt man, dass die engagiertesten Köpfe inhaftiert oder ermordet wurden.
Als Hafenarbeiter wissen wir, wohin dieser Irrsinn geführt hat. Die größte und entscheidende Niederlage nach 1914 und 1918 und zugleich eine Niederlage mit vielen selbstverschuldeten Bestandteilen, aus denen wir heute zu lernen haben.
Wir werden nicht zulassen, dass die Nazis sich unserer Geschichte und unserer Zukunft annehmen. Offensichtlich müssen wir dabei auf die eigenen Kräfte vertrauen. Aus der Gesellschaft erfahren wir eher Gleichgültigkeit und manchmal auch Unterstützung der Nazis. Wir finden es skandalös, wenn die Hamburger Polizei wie im Januar 2004 eine antifaschistische Demonstration mit Wasserwerfern zerschlägt und dabei die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano
an freier Rede hindert.

Ursachen bekämpfen!

Wir wenden uns aber nicht nur gegen die Hetze der Nazis, sondern auch gegen eine Politik der sozialen Kälte in unser Stadt, die einen Nährboden für Deutschtümelei, Rassismus und Antisemitismus nährt. Der rechtsradikale Sumpf wird zur CDU-Mehrheitsbeschaffung integriert wie neulich bei Schill und gestern in Hessen bei der Koch-Kampagne. Wer politisch verantwortet, dass in einer so reichen Stadt wie Hamburg immer mehr Menschen arm werden, der trägt auch die
Verantwortung dafür, wenn die Faschisten wieder durch unsere Strassen marschieren. Wer öffentliches Eigentum verscherbelt, verkauft gleichzeitig die Mitbestimmungsmöglichkeiten der Bürger. Wer sich einen Dreck um die Ergebnisse
von Volksbefragungen schert, legt Hand an das demokratische Selbstverständnis der Mehrheit. Wer permanent vorhandene soziale Einrichtungen abbaut trägt die Verantwortung dafür, dass Menschen entwurzeln und verzweifelt der Nazipropaganda auf den Leim gehen. Wir wollen eine Politik in Hamburg, die die Menschen an der Entwicklung beteiligt und die der sozialen Ausgrenzung entgegenwirkt. Wir brauchen keine neue Oper und kein Militaria-Museum sondern gut bezahlte Arbeitsplätze, gut ausgestattete Schulen, Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, soziale Beratungsstellen und Frauenhäuser.

Solidarität statt Deutschtümelei!

Wenn wir als HafenarbeiterInnen vergleichsweise gute Arbeitsbedingungen erkämpft haben und in Europa politisch durchsetzungsfähig sind, dann deshalb, weil wir seit über 100 Jahren international zusammenarbeiten. Wir sind deshalb stark,
weil wir es nie zugelassen haben, dass irgendjemand einen Keil zwischen uns, die wir aus über 50 Ländern in unserem Hafen arbeiten, treibt. Der Hafen und die Stadt Hamburg leben vom internationalen Handel. Wenn die Nazis am 1. Mai dazu aufrufen Arbeit und soziale Gerechtigkeit ?nur? für Deutsche zu fordern, dann greifen sie direkt unsere Interessen auch im Hamburger Hafen an. Wer kann denn ernsthaft glauben, dass Welthandel verzichtbar sei? ?Ausländer? sind Kolleginnen und Kollegen. Sie gehören zu uns. Sie kämpfen ihre Kämpfe um Emanzipation überall ? wo auch immer in der Welt mit ihren Mitteln und unserer
Solidarität.

Wir verstehen uns als Teil eines breiten antifaschistischen Bündnisses und
rufen auf zu einer Demonstration am 16.2.

Auftaktkundgebung 11 Uhr Landungsbrücken
Route: Johannisbollwerk – Vorsetzen – Am Sandtorkai – Bei St. Annen – Dovenfleet
- Ost-West-Str. – Johanniswall – Lange Mühren – Mönckebergstr. – Rathausmarkt

Der Aufruf steht im Original hier!

Antifa-Mobilisierungsseite gegen den Naziaufmarsch am 1.Mai in Hamburg: http://www.1mai08.tk/

Freiheit für Andrea!

Seit dem 1. Dezember 2007 sitzt unsere Genossin und Freundin Andrea im Knast. Sie hatte den Haftantritt für eine mehrmonatige Haftstrafe verweigert, weshalb LKA-Beamte sie am 1. Dezember während der Proteste gegen einen Naziaufmarsch in Berlin-Rudow verhafteten.

Die ihr vorgeworfenen Delikte klingen lapidar, scheinen für die Staatsanwaltschaft aber eine nunmehr 14monatige Haftstrafe zu rechtfertigen. Angelastet wird ihr das Mitführen eines Pfeffersprays bei den Aktionen gegen das SS-Gebirgsjäger-Treffen im bayrischen Mittenwald, der Besitz von Eiern, die sie während einer Antifa-Aktion bei sich trug oder wegen Vermummung während eines Naziaufmarsches in Berlin-Tegel, Schwarzfahren oder die Besetzung der Ausländer_Innenbehörde Lichtenberg und eines Hauses in Friedrichshain. Nach der Verlegung von Andrea in die Frauen-JVA Pankow wurde sie hier gleich als „Gesinnungstäterin“ begrüßt und ihr wurde versichert, dass „man mit ihr schon fertig werden wird“. Ihre Inhaftierung im Allgemeinen und diesen Versuch der Einschüchterung im Speziellen sehen wir als willkommene Einladung bei Andrea vorbeizuschauen. Darum werden wir ihr am 8. März auch gleich mit einer ganzen Demo einen Knastbesuch abstatten.

Dass wir ausgerechnet am 8. März vor den Frauenknast Pankow ziehen, ist kein Zufall. Wir wollen den internationalen Frauenkampftag nutzen, um unsere Kritik an einer durch und durch patriarchalen Gesellschaft zum Ausdruck zu bringen. Dass wir im „zivilisierten“ Mitteleuropa nur in scheinbarer Gleichberechtigung leben, sollte den meisten klar sein. Schönheitsdogmen, Benachteiligung, Vergewaltigungen, widerwärtige Sprüche, Ausgrenzung… wer als Frau in dieser Gesellschaft groß wird, muss einiges ertragen. Jene Verhältnisse spiegeln sich auch in den Frauenknästen wieder. Durch Sozialisation und Erziehung kümmern sich die meisten Frauen oft mehr um andere Menschen, bekommen dies aber nicht im gleichen Maße zurück. Im Knast sind die Folgen dessen besonders fatal. Frauen erhalten wesentlich weniger Rückhalt und Unterstützung von draußen als männliche Gefangene. Viele Frauen haben beispielsweise durch Ehe(ähnliche)verhältnisse sowie die Doppelbelastung als Mutter und Erwerbstätige nicht immer die Möglichkeit und die Zeit, ein
aktives Umfeld über lange Zeit aufrecht zu erhalten. Dies verschärft die persönliche Isolation der inhaftierten Frauen nur noch mehr. In besonderer Weise trifft dies die vielen migrantischen Gefangenen in der Pankower Frauen-JVA. Sie müssen meist ohne die Unterstützung eines Lebenspartners oder ihrer Familie auskommen, da sich ihre Familien meist noch in ihren Herkunftsländern befinden. Für viele dieser Frauen ist die Inhaftierung im Frauenknast einer der ersten Schritte vor der Verlegung in die Abschiebehaft und somit direkter Bestandteil rassistischer Asylpolitik. Erst Anfang Januar wurde eine hochschwangere Brasilianerin in den Frauenknast Pankow gesperrt, wo ihr nun die Abschiebung droht. Die gesellschaftlichen Zustände in den jeweiligen Herkunftsländern, wie Krieg oder sexuelle Folter, spielen für die deutsche Abschiebemaschinerie dabei keine Rolle.

Wir möchten unseren Würgreflex gegenüber jenem alltäglichen Wahnsinn nicht länger unterdrücken, wenn es doch um so vieles schöner ist, den gesellschaftlichen Verhältnissen einfach mal gekonnt vor die Füße zu kotzen. Wir fordern die Freilassung von Andrea und des ebenfalls inhaftierten Berliner Antifa Christian sowie Freiheit für alle linken und sozialen Gefangenen! Wir haben keinen Bock auf die Scheiße die hier läuft! Wir haben keinen Bock mehr auf Nazis und Sexismus sowie auf Knäste, Abschiebelager und Zwangsanstalten jeder Art. Das Gleiche gilt auch für Bullen, Richter und andere Autoritätsfanatiker. Weg damit – meinen wir! Und weil wir gerade dabei sind und uns die Bekämpfung von Symptomen nicht ausreicht, entsorgen wir den Kapitalismus gleich mit. Seid also am 8. März dabei, wenn es heißt:

Gegen Patriarchat und Repression!
Holt die Antifaschist_Innen aus dem Knast!
Alle Knäste und Zwangsanstalten zu Baulücken!

Demonstration:
Samstag, 8. März 2008 * 14 Uhr * U-Bhf. Eberswalderstraße * Berlin

Infos: http://www.freeandrea.de.vu

Antifa-Demo gegen Nazistrukturen in Pinneberg

Am 1.März 2008 wird es in Pinnerberg eine Antifa-Demo gegen lokale Nazistrukturen geben. Wir dokumentieren im Folgenden den Aufruf Pinnerberger Antifas zur Demo.


“Pinneberger Kameradschaft stilllegen – Keine Toleranz für Faschist_Innen

Früher und heute…
Es ist schon eine Weile her, seit die rechtsterroristische Organisation „Combat 18“ diverse Anschläge durchführte, zum Mord am IG-Metall – Funktionär Uwe Zabel aufrief und offen Menschen bedrohte und belästigte. Auch die Kameradschaft Elbmarsch ist seit einiger Zeit nicht mehr aktiv – doch die Präsenz von Faschisten in Pinneberg ist keineswegs Vergangenheit. Schon seit einiger Zeit werden die Pinneberger Innenstadt, sowie die umliegenden S – Bahnhöfe Pinneberg, Halstenbek und Krupunder wieder stark von Neonazis frequentiert. Sie verbringen dort ihre Freizeit, betrinken sich und belästigen Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen. Wiederholt wurden Flugblätter verteilt, Parolen geschmiert und Aufkleber mit rechtsradikalem Inhalt angebracht.

Neonazis und ihre Organisation…

Dass die rechtsradikale Szene in Pinneberg keinesfalls unorganisiert ist, zeigt sich an der Teilnahme mehrerer regionaler Faschisten an NPD – Aufmärschen, sowie gutem Kontakt zum Hamburger Neonazi – Anwalt Jürgen Rieger.

Doch nicht nur durch Aufkleber und Demonstrationen machen die Pinneberger Neonazis auf sich aufmerksam: Wiederholt ist es bereits zu körperlichen Auseinandersetzungen mit Antifaschisten gekommen, bei denen sich auch eine gute Vernetzung mit Elmshorner, Uetersener und Hamburger Rechtsradikalen offenbarte. Dabei wurden auch mehrere Mitglieder der ehemaligen Kameradschaft Elbmarsch identifiziert.

Verbot und Kriminalisierung Antifaschistischer Aktivitäten…

Um diesen Zuständen entgegenzuwirken, wollten Aktivist_Innen ein Konzert unter antifaschistischem Motto in Pinneberg organisieren. Das Konzert sollte im Geschwister–Scholl–Haus (GSH) in Pinneberg unter dem Motto „Reagieren statt tolerieren – Kein Fußbreit dem Faschismus!“ stattfinden. Aufgrund von Symbolen wie einem durchgestrichenen oder zerschlagenen Hakenkreuz wurden dem GSH von der Polizei und dem Verfassungsschutz Auflagen erteilt. So durften die genannten Symbole nicht auf den Flyern abgebildet werden. Auch das Motto sollte geändert werden, es sei zu provokant der rechten Szene gegenüber. Die Auflagen wurden erfüllt und das Konzert sollte unter dem Motto „Reagieren statt tolerieren – Für ein friedliches Zusammenleben aller Völker!“ durchgeführt werden. Doch es folgten weitere Auflagen. Das Konzert dürfe nur unter strenger Polizeikontrolle stattfinden. Außerdem würde jede_r Konzertbesucher_in umgehend festgenommen werden, sollte sie/er Buttons, Aufnäher oder Ähnliches tragen, die durchgestrichene Hakenkreuze abbilden. In dem Falle wäre das Konzert ebenfalls seitens der Polizei beendet worden. Die Organisatoren entschlossen sich also dazu, in Übereinstimmung mit dem GSH, das Konzert nicht stattfinden zu lassen, da das Ziel, die Öffentlichkeit Pinnebergs zu erreichen, nicht mehr zu realisieren war.

Kommt zur Demo am 1.3.!

Bereits im Frühjahr 2007 demonstrierten rund 40 Antifaschist_Innen spontan in der Pinneberger Innenstadt gegen das Konzertverbot und die Pinneberger Naziszene. Mit einer lautstarken Demonstration wollen wir am 1. März auf diese Zustände aufmerksam machen und uns der faschistischen Ideologie in den Weg stellen. Dieses Land hat eine Vergangenheit und WIR tragen die Verantwortung dafür, dass sich die Geschichte nicht wiederholt. Daher rufen wir dazu auf, sich lautstark an der Antifaschistischen Demonstration zu beteiligen.”

Weitere Infos und Termine folgen. Es wird eine gemeinsame Anreise aus Hamburg geben.

Antifaschistische Demonstration 1.3.2008 / 11.00 Uhr Bhf. Pinneberg
Pinneberger Kameradschaft stilllegen!
Keine Toleranz für Faschist_Innen!
Nicht in Pinneberg und nirgendwo sonst!

Protest gegen den Polizeikongress in Berlin

Am 29. und 30. Januar 2008 soll im Congress Center am Berliner Alexanderplatz der „11. Europäische Polizeikongreß“ stattfinden. Veranstaltet von der „Behörden Spiegel-Gruppe“, finanziert von EADS und SAP treffen sich Nachrichtendienste, Polizeiführer, Politiker und Sicherheitsindustrie unter dem Motto „Europäische Sicherheitsarchitekturen: Informationstechnologie – Ermittlung – Einsatz“.

Es soll auch Proteste geben, darunter eine Demonstration am 29. Januar 2008 ab 15.30 Uhr von der Ecke Friedrichstraße / Unter den Linden.

Infos unter: http://www.gipfelsoli.org/
http://www.antifa.de/cms/content/view/733/1/

NATO-Kriegskonferenz angreifen

In München treffen sich auch dieses Jahr die wichtigsten Vertreter der NATO-Staaten und ihrer Verbündeten zur sog. “Sicherheitskonferenz” (SIKO).Vom 8. bis 10. Februar 2008 wird es den MilitärstrategInnen und RüstungsmanagerInnen wieder darum gehen, ihre Interessen aufeinander abzustimmen.

Infos: www.no-nato.de